< Mandolinen zur Adventszeit
09.12.2014 20:12 Alter: 4 yrs

Mit Mandolinen und Cembalo


Eigentlich liegt es nahe, dass diese beiden Instrumente häufiger gemeinsam konzertieren, da sie ihren Ton durch Zupfen erzeugen. Dennoch gibt es nur selten die Möglichkeit, sie zusammen in einem Konzert zu erleben. Dieser reizvollen Aufgabe stellte sich das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. bei seinem Herbstkonzert am 2014 in der Christuskirche in Krefeld Bockum. Die Zuhörer erlebten eine Darbietung mit Gespür für musikalische Feinheiten; sei es bei zwei Vorträgen für Solomandoline (Raimund Draken) und Cembalo (Johannes Koch) von L. van Beethoven als auch bei dem Konzert f-Moll für Cembalo von J. S. Bach. Solisten und Orchester spielten so engagiert, dass es für die Zuhörer ein Musikgenuss wurde.

Zwei Orchester kooperierten bei diesem Konzert– nämlich das Hülser und das St. Töniser Mandolinenorchester – und erreichten so eine intensive Klangfülle. Des Weiteren sorgte ein Cello für ein kräftiges musikalisches Fundament bei den Orchesterstücken. Eingestimmt in das Konzert wurden die Zuhörer mit einer Sammlung von fünf europäischen Tänzen um 1600, wobei kleine Schlaginstrumente musikalische Klangtupfer setzten und auch das Jugendensemble des Hülser Orchesters eingebunden war. Es präsentierte sich aber auch mit einem eigenen Auftritt. Unter der Leitung von Christian Winter – frischgebackener „Master of Music“- spielte der Nachwuchs mit Elan und Hingabe die Filmmusik „Pirates of the the Caribbean“. Als Nachwuchsdirigentin des St. Töniser Orchesters stellte sich Andrea Jentges erfolgreich der schwierigen Aufgabe, die gewiss nicht einfach zu spielende „Finnlandia-Suite“ des modernen Komponisten Ambrosius zu leiten. Außerhalb des Konzertprogramms spielte die Jüngste des Orchesters, die erst siebenjährige Sarina Hauser, unterstützt von Christian Winter, ganz selbstverständlich das kleine Stück „Der Tanzbär“. .

Besonderen Anklang fand die Mezzosopranistin Sybille Koch, die mit wohlklingender Stimme die Sehnsucht eines wartenden Mädchens in Solveijgs Lied op. 23 (E. Grieg), spüren ließ, einfühlsam begleitet vom Orchester. Der Vortrag der Suite Bergerac (M. Strauß), die sich durch getragene Passagen, rhythmische Wechsel und ein rasantes Finale auszeichnet, war ein weiterer Höhepunkt. Die musikalische Gesamtleitung lag in Händen von Marijke Wiesenekker, die mit bekanntem Einfühlungsvermögen dirigierte. Zum Ende des Konzertes applaudierten die Zuhörer anhaltend und entließen die Musiker erst nach einer Zugabe.