Berichte

„Kleine Nachtmusik“ – großer Spaß

Lange hatten sich die Schüler des Mandolinen-Orchesters schon darauf gefreut, gemeinsam mit ihren Ausbildern ein Zeltlager zu erleben. Im September war es dann so weit. Gegen Mittag trafen sich 13 Mädchen und Jungen (8-18 Jahre alt) zünftig ausgerüstet auf dem Gelände des Joeppenhauses. Rasch wurden Zelte aufgebaut und die Mitbringsel darin verstaut, die für den Aufenthalt nötig waren. Anschließend stärkten sich die jungen Musiker an den reichlich vorhandenen Speisen und Getränken, die Eltern und die Ausbilder Marijke Wiesenekker und Christian Winter besorgt hatten. Im weiteren Verlauf fanden kurzweilige Teamkämpfe zu einer kleinen Lagerolympiade statt. Alle Teilnehmer strengten sich besonders an und genossen mit großem Spaß das Kräftemessen. Anschließend zeigte die junge Zupfergemeinschaft besonderes Geschick bei pantomimischen Darstellungen und beim Erraten des jeweilig vorzuführenden Begriffes. Am späten Nachmittag warfen die Jungen den Grill an, während die Mädchen den großen Tisch deckten. Nach den Wettkämpfen war der Heißhunger gewaltig. Beim Einbruch der Dunkelheit scharten sich alle um ein wärmendes Lagerfeuer. Es wurde mit Gitarren, Mandolinen und kleinen Rhythmusinstrumenten musiziert und dazu gesungen. Die jungen Musiker erfuhren neue Lieder und lernten, sie auf ihren Instrumenten zu begleiten. Diese kleine Nachtmusik breitete allen große Freude. Als die Flammen des Lagerfeuers erloschen, begab man sich in die Zelte. Nach und nach wurden alle vom Schlaf gefangen. Ein ausgiebiges gemeinsames Frühstück am nächsten Morgen beendete das Treffen zwar, das schöne Erlebnis aber wird sicher noch lange nachwirken.

Sternstunde mit Mando Nuevo

Was für eine atemberaubende Musikshow! Vier junge Virtuosen glänzten mit ihrem Spiel am Montagabend den 11.07.11 in der bis auf den letzten Platz gefüllten Ökumenischen Begegnungsstätte Hüls. Mit Michiel und Marijke Wiesenekker sowie Oliver Waitze präsentierten sich die drei Vollblutmusiker des Trios Mando Nuevo, und als Gastspieler aus den USA fügte sich Tim Connell nahtlos in die Gruppe ein. Die Zuschauer erlebten ein musikalisches Feuerwerk, das von Spielfreude und Virtuosität nur so sprühte. Mando Nuevo und der amerikanische Gast zeigten acoustic, upbeat, grooving und fun. Stilsicher zauberten sie bei ihrem Vortrag auf verschiedenartigen Mandolinen und Gitarren ein breites Repertoire aus brasilianischem Choro, amerikanischem Swing, barocker Musik und italienischer Kantilene hervor. Die Darbietung bekannter Stücke von Bill Monroe, Django Reinhardt, Mike Marshall Villa-Lobos, Vivaldi und eigener Kompositionen zogen die Zuhörer in Bann und entlockten atemloses Staunen und auch Freude darüber, wie sich die Akteure die musikalischen Bälle zuspielten, diese aufgriffen und weiter verteilten. Bei einigen Stücken sangen die Musiker obendrein, obwohl die virtuosen Anforderungen auf den Instrumenten schon ausgereizt zu sein schienen. Die Zuhörer genossen die Darbietungen und belohnten das Trio Mando Nuevo und Tim Connell mit stehenden Ovationen. Präsentiert wurden die Musiker durch das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V., das seit drei Jahren von Marijke Wiesenekker erfolgreich geleitet wird.

Spanische Impressionen

Eine musikalische Reise durch Spaniens Landschaften unternahm das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. am 29.Mai 2011 in der Kreuzkirche in Hüls. Dabei entführten die Musiker die aufmerksam lauschenden Zuhörer in Stimmungen und Tiefe der spanischen Gefühlswelt und Seele. Auf der einen Seite Lebensfreude, ausgedrückt durch rasante Rhythmen und heitere Melodien, Leidenschaft, Einsamkeit und Verzweiflung auf der anderen, gekennzeichnet durch klagende Weisen, düsteren Klang und abgebrochene Tonfolgen. Unter der einfühlsamen Einstudierung und sicheren Führung der der musikalischen Leiterin des Orchesters, Marijke Wiesenekker, gelang es den Musikern, die musikalische Stimmungswelt der spanischen Bevölkerung aufleben zu lassen. Obwohl man die Gitarre zu Recht als das Hauptinstrument Spaniens bezeichnet, fügte sich der Farbton eines zusätzlichen Akkordeons, umgesetzt durch Frances Pauelsen, nahtlos in den Orchesterklang ein. Die Zupfer setzten eine Reihe musikalischer Höhepunkte, u.a. mit einer Rumba Flamenca, vorgetragen von Josef Hasenau und Maxim Lysov (Flamenco-Gitarrern). Besondere Aufmerksamkeit wurde Maxim Lysov zuteil als er mit seiner Komposition „El Pueblo Blanco“ eigenes Erleben und persönliche Eindrücke atemberaubend mit eindringlichem Spiel darstellte. Besonderes Interesse weckte auch der Vortrag „Spanische Suite“, bei dem der Komponist Maxim Lysov mit solistischem Können glänzte. Dieses Werk hat er dem Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. gewidmet, es wurde nun erstmals aufgeführt. Das begeisterte Publikum bedankte sich bei den Akteuren anhaltend mit kräftigem Beifall für die Darbietung der spanischen Impressionen. Erst nach einer Zugabe wurde das Orchester entlassen. Ludwig Helten, langjähriger Leiter des Orchesters und nun im Ruhestand, wurde vom Bund der Zupfmusik während des Konzertes mit einer besonderen Ehrung überrascht, Professorin Marga Wilden-Hüsgen überreichte ihm eine große Urkunde und die bronzene Medaille des BDZ für seine Verdienste um die Zupfmusik in den vergangenen 60 Jahren.

Mandolinen-Orchester spielte im Krefelder Hospiz

Bereits zum sechsten Male in Folge spielte das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. zur Adventszeit im Krefelder Hospiz. In der mit Besuchern randvollen Kapelle trugen am vergangenen Freitag die Hülser Zupfer, verstärkt durch Sopran und Blockflöte, frühklassische Stücke und weihnachtliche Weisen vor, welche für die Bewohner des Hospizes auf ihre Wohnungen bildlich und klanglich übertragen wurden. In Anwesenheit der Bürgermeisterin Frau Meincke im Kostüm des „Schwarzen Mannes“ und von Frau Andrea Berg, welche das Hospiz seit seinem Entstehen und seine Bewohner regelmäßig unterstützt und besucht, sangen die Zuhörer in der Kapelle kräftig mit. Zwischendurch richtete der Seelsorger des Hospizes besinnliche und aufrichtende Worte zur Advents- und Weihnachtszeit an alle Anwesenden. Nach einer guten Stunde verabschiedete sich das Orchester mit der rasanten Petersburger Schlittenfahrt, während Andrea Berg noch ein weiteres Weihnachtslied vortrug, bevor sie selbst in Begleitung des ebenfalls anwesenden Nikolaus und von Frau Meincke die Bewohner des Hauses in ihren Wohnungen aufsuchte.

Junges Blut beim Mandolinen-Orchester

Nach dem Auftritt im Altenheim traf sich die Orchesterfamilie zur Jahresabschlussfeier im Vereinslokal Goldener Engel. Nach der Begrüßung durch die 1. Vorsitzende Barbara Abts trugen zunächst die Jüngsten des Vereins Alisa und Alina ein Weihnachtslied auf ihren schön klingenden Mandolinen vor, gefolgt vom Schülerensemble von Christian Winter. In unterschiedlichen Besetzungen spielten die sehr motivierten Schüler/-innen weihnachtliche und klassische Stücke auf ihren Gitarren, sehr zur Freude der Erwachsenen. Das „Junge Blut“ erhielt insgesamt für seine Darbietungen kräftigen Applaus. Obendrein überreichte Barbara Abts den Schülern die Vereinsnadel (siehe Foto) Im weiteren Verlauf wurden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und später herrschte ein reger Gedankenaustausch.

Mandolinen-Orchester spielte für betagte Bürger

Mit frühklassischen Stücken und weihnachtlichen Klängen unterhielt das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. am vergangenen Sonntagnachmittag die Bewohner des Altenwohnheims am Beckshof. Seit Jahren gehört dieser Auftritt in der Vorweihnachtszeit zu den angenehmen „Pflichten“ des Orchesters. Die Hülser Zupfer, verstärkt durch Sopran und Blockflöte, wurden mit ihrem Spiel freudig aufgenommen und bei vielen Weisen und Liedern sangen die Damen und Herren kräftig mit. Nach einer guten Stunde verabschiedete sich das Orchester mit der rasanten Petersburger Schlittenfahrt nicht ohne seinen nächsten Auftritt im Wohnheim anzukündigen, spätestens zum Ende des Jahres 2011.

Mit virtuoser Leichtigkeit

Mit stehenden Ovationen und tosendem Applaus feierte am Sonntag 14.11.2010 das Publikum die Blockflötensolistin Vitina Adamo, nachdem sie atemberaubend und mit virtuoser Leichtigkeit den Solopart in Vivaldis Konzert C-Dur für Piccoloblockflöte und Orchester vorgetragen hatte. Erst nach einer Zugabe wurde die junge und außergewöhnliche Künstlerin entlassen, die in ihrer noch kurzen Laufbahn bereits viele Preise erworben hat.

Aber nun der Reihe nach. Das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. hatte unter der musikalischen Leitung von Marijke Wiesenekker zu einem Konzert mit konzertanter Zupfmusik aus vier Jahrhunderten in die Herz Jesu Kirche geladen. Zum Auftakt spielte das Orchester das Quartetto Concertante G-Dur von Karl Stamitz, der mit seinem Musikstil wesentliche Vorarbeiten für die Wiener Klassik leistete indem er in Abkehr von der barocken Tradition einen neuen anmutigeren Stil schuf. Marijke Wiesenecker, die Leiterin des Orchesters, hatte diesen neuen Charakter mit ihren Zupfern angemessen herausgearbeitet.

Es folgten zwei weitere Werke zeitgenössischer Komponisten. „Jamaica“ von Ludwig Helten, der darin moderne Variationen zu einem alt-englischen Tanz schuf, die mit rhythmischen Passagen und romantischen Melodien die Zuhörer ansprachen. Dagegen zeichnete sich das Stück „Oblomovka“ durch die Wiedergabe der Gefühlswelt des russischen Adligen Oblomow aus dem gleichnamigen Roman von Gontscharow aus.

Darauf fand der Spielkreis von Anja Kox mit ihren jungen Gitarristen bei seinem Gitarrenvortrag guten Anklang beim Publikum. Glucks Ballettmusik Don Juan und Sammartinis Concerto für Sopranblockflöte und Orchester in F-Dur rundeten die Vorstellung ab. In letzterem zeigte Vitina Adamo wiederum ihre meisterlichen Fähigkeiten beim Spiel auf der C-Flöte, während das Orchester auch hier mit sicherer Begleitung unter dem Dirigat seiner musikalischen Leiterin zu gefallen wusste.

Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. zum Konzertbesuch beim Amsterdams Mandoline Orkest AMTG

Am vorletzten Aprilwochenende 2010 unternahm das Mandolinenorchester Hüls 1922 e.V. eine viertägige Konzertreise nach Amsterdam. Es war gerne einer Einladung des Amsterdamer Mandolinenorchesters AMTG zum gemeinsamen Musizieren gefolgt. Marijke Wiesenekker, die musikalische Leiterin des Hülser Orchesters, hatte dort ihre musikalischen Wurzeln. Neben dem gemeinsamen Spiel gab es auch Zeit, Amsterdam und Umgebung kennen zu lernen.

Erste Eindrücke von der Metropole erhielten die Musiker bereits am Donnerstag, dem Tag der Anreise, bei einem Abendbummel durch das alte Zentrum der Stadt. Alte Bürgerhäuser, historische Bauwerke wie De Waag und die Oude Kerk, enge Gassen und Plätze mit zahlreichen Geschäften und Lokalen, teils gesäumt von Grachten und gefüllt mit Betriebsamkeit geben diesem Bereich der Stadt eine besondere Note. Der folgende Tag galt dem Besuch des Rijksmuseums, des bedeutendsten Museums der Niederlande. In dem Neorenaissancebau, der zurzeit umgebaut wird, konnte zwar nur eine Auswahl der Kunstwerke besichtigt werden, aber es befanden sich darunter die wichtigsten Werke der Malerei des Goldenen Jahrhunderts der Malerei in Holland u.a. Rembrandt (Nachtwache, Judenbraut) Vermeer (Milchmädchen, Die kleine Straße), Hals, van de Velde, Steen. Weitere Sammlungen, die zu besichtigen waren beschäftigten sich mit Silber, Delfter Porzellan, Möbeln, Puppenhäusern, Radierungen und Zeichnungen. Der Nachmittag war einer Grachtenrundfahrt vorbehalten: Über Het IJ, der Hauptwasserstraße Amsterdams, durch das Oosterdok mit dem Dreimaster Amsterdam, dem interaktiven Technologiezentrum NEMO und dem Montelbanstoren, vorbei am Museum Het Rembrandthuis, über die Amstel vorbei an der Hermitage Amsterdam, dem Muziektheater, unter der Blauwbrug und der Magere Brug (berühmteste Amsterdamer Zugbrücke) hindurch in die Prinsengracht mit zahllosen schmalen Bürgerhäusern, der Wester- und Norderkerk sowie dem Anne Frank Huis führte die Fahrt.

Am späten Nachmittag traf man sich erstmals mit dem Amsterdamer Mandolinenorchester um sich kennen zu lernen, miteinander zu speisen und um sich in einer Generalprobe auf das gemeinsame Konzert einzuspielen. Die sprachliche und musikalische Verständigung klappte hervorragend, so dass man dem kommenden Auftritt zuversichtlich entgegen sah.

Am folgenden Samstag führte der Weg nach Zaanse Schanz, einem Freilichtmuseum mit alten Häusern, typisch niederländischen Betrieben früherer Jahre (Käserei, Klompenherstellung, Zinngießerei). Überragt wurde die Szene von acht Windmühlen, die heute noch betrieben werden und unterschiedlichem Zweck dienen (Sägemühle, Ölmühle, Wassermühle, Senfmühle, Farbmühle). Weiter ging die Fahrt durch Nord-Hollands Tulpenfelder, die wie bunte Teppiche in der flachen Landschaft leuchteten nach Callantsoog, einem kleinen Seebad. Eine frische Brise und strahlender Sonnenschein machte den Strandspaziergang zu einem nachhaltigen Erlebnis.

Am Sonntag fand das gemeinsame Konzert in der Muiderkerk statt. Zu Beginn der Veranstaltung bedankte sich die Vorsitzende ausdrücklich für die freundliche Aufnahme und die fürsorgliche Begleitung während des gesamten Aufenthaltes .Mit der Ouvertüre in h-moll von Konrad Wölki eröffneten dann die beiden Orchester die Veranstaltung, wobei zusätzlich mehre Blasinstrumente das Klangvolumen erheblich steigerten, schließlich musizierten nahezu fünfzig Spieler, eine Anzahl, die für Mandolinenorchester ungewöhnlich ist. Dann trat das Hülser Orchester mit drei Werken aus verschiedenen Epochen auf, solistisch begleitet von Vitina Adamo (Flöte und Klarinette) und Michiel Wiesenekker (Gitarre). Der nächste Abschnitt war dem AMTG vorbehalten. Stücke alter Meister, eine irische Suite und lateinamerikanische Musik folgten. Im letzten Teil des Konzertes wurde wieder zusammen musiziert. Marijke und Michiel Wiesenekker bestachen als Solisten in einer Konzertfantasie über Introduktion und Fandango nach Boccherini für Mandoline, Gitarre und Zupforchester, gefolgt von Russkije Pjesnji des niederländischen Komponisten Joh. B. Kok. Erst nach einer Zugabe und stehendem Applaus wurden die Ausführenden von den begeisterten Zuschauern entlassen.

Während des gesamten Aufenthaltes wurde das Hülser Orchester von Mitgliedern des AMTG liebevoll betreut und es wurden Freundschaften geknüpft. Mit dem Versprechen, die Kontakte auch künftig zu pflegen, verabschiedete man sich herzlich.

Großes Schnuppern an Mandolinen und Gitarren

Auf lebhaftes Interesse traf das Angebot des Mandolinen-Orchesters Hüls 1922 e.V. an Mandolinen und Gitarren zu „schnuppern“. Fast 30 Jungen und Mädchen – überwiegend aus Hüls – fanden sich am Nachmittag des ersten Advents im Haus der Musik ein. Unter der Anleitung zweier engagierter Diplom Musikpädagogen wurden die Musik-Interessierten zwanglos an die Instrumente herangeführt. Sie probierten aus wie man den bereitstehenden Instrumenten hohe, tiefe, laute, leise an- oder abschwellende Töne entlocken konnte.

In kleinen wurden Gruppen die Instrumente vorgestellt: woraus sie gebaut werden, welche Teile dazugehören, wie man darauf spielen kann. Bekannte Lieder wurden begleitet, rhythmische Abläufe ausprobiert dazu teils auch gerappt. Eltern, die an einer gezielten musikalischen Unterweisung ihrer Kinder interessiert waren, standen Mitglieder des Orchesters zur Beantwortung ihrer Fragen bereit. Darüber hinaus wird das Orchester sich in absehbarer Zeit persönlich an die Eltern und Jungen und Mädchen wenden, um organisatorische Fragen in Bezug auf eine musikalische Förderung abzuklären.

Ein besonderer Dank gilt auch dem Gitarrenbauer Jens Towet, der die Veranstaltung unterstützte, indem er Gitarren für das „Schnuppern“ zur Verfügung stellte.


Die Schöpfung mit E-Mandoline und E-Gitarre

Prächtige Klangbilder, bluesartige Rhythmen, leise Töne, auf- und abschwellende Melodien, Klänge aus der Natur, überraschende Klangfarben und Wendungen fesselten am 15.11.09 die Zuhörer in der Herz Jesu Kirche als Marijke und Michiel Wiesenekker ihre Sicht von der Entstehung der Welt musikalisch vortrugen. Basierend auf M. Bubers und F. Rosenzweigs Übersetzung des Schöpfungstextes aus dem Hebräischen spielten die beiden Musiker mit der Elektro-Mandoline und der Elektrogitarre ihr Werk dem gespannten Publikum vor und ernteten für die ungewöhnliche und abwechslungsreiche Darbietung, jeweils eingeleitet mit einem Zitat aus der Schrift, kräftigen Applaus.

Marijke Wiesenekker, zugleich musikalische Leiterin des Mandolinen-Orchesters Hüls 1922 e. V., hatte dieses Musikstück in ein Konzert eingebettet, das durch vier Jahrhunderte Zupfmusik führte.

Zu Beginn spielte das Orchester einen lebhaften Springtanz und eine getragene Courante aus Michael Praetorius Werk Terpsichore Musarum, bearbeitet von der Dirigentin selbst. Vitina Adamo, Flöten, und Michiel Wiesenekker, Solo-Gitarre, erweiterten dabei das ausgefeilte Klangbild des Orchesters.

Ein Spielkreis um Anja Kox, junge Gitarristen, Mandolinenspieler und ein Schlagwerker, wusste mit dem Vortrag dreier Tänze zu gefallen. Canarios, eine Komposition des bekannten und für die Entwicklung der Gitarrenmusik bedeutsamen Spaniers Gaspar Sanz Celma, hier souverän dargebracht in einer Version für Barockgitarre und Barockmandoline von den Wiesenekkers, gab mit seinen wechselnden Rhythmen und eingängiger Melodie einen schönen Einblick in die spanische Welt des Tanzes während des 17. Jahrhunderts.

Romantische Züge, feine Tremolos und virtuose Passagen, verflochten in den Orchesterstimmen, charakterisierten ein weiters Werk im Rahmen des Konzertes: Napoli, eine rasante Tarantella aus Neapel. Zu einem letzten Höhepunkt gelang der Vortrag einer Fantasie über Introduktion und Fandango aus dem bekannten Fandango-Quintett von Boccherini. Auch hier überzeugten die Geschwister Marijke und Michiel Wiesenekker mit ihrem vielseitigen solistischen Können auf der Mandoline und Konzertgitarre wobei das Orchester fein abgestimmt für das spanische Klangbild sorgte. Die Zuhörer belohnten daher die Akteure am Ende mit kräftigem Beifall.


Ein Paganini auf der Balalaika

Mit Ausrufen der Begeisterung und stehendem Applaus feierte das Publikum zwei Musiker nach einem atemberaubenden, hochvirtuosen Frühjahrskonzert 2009 in der Hülser Kreuzkirche. Der russische Professor Andreij Gorbatschow bezeugte auf eindrucksvolle Weise, weshalb die Balalaika heute in Russland als vollwertiges klassisches Orchesterinstrument angesehen wird. Begleitet von dem kongenialen Pianisten Lothar Freund boten die beiden Musiker beim Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. ein Konzert, das höchste Ansprüche erfüllte.

Gorbatschow ließ seine Finger faszinierend leicht über das Griffbrett der Balalaika rasen und erzeugte dabei die Töne mit seiner Rechten so schnell, sicher und wohlklingend, dass man den Virtuosen mit Recht als einen Paganini auf der Balalaika bezeichnen kann. Im Zusammenspiel fanden Gorbatschow und Freund zu traumwandlerischer Übereinstimmung und spielten sich die musikalischen Bälle mit Charme und Witz zu. Sie interpretierten Werke von Tartini, Scarlatti, Paganini, Zigankov, Schalov, Tamarin und Frolow, teils Einrichtungen teils Originalkompositionen für die Balalaika.

Zwischendurch demonstrierte der Meister verschiedene Spieltechniken auf seinem dreiseitigen Instrument und erleichterte dem aufmerksamen Publikum wenigstens mit den Ohren dem Geschehen folgen zu können, weil die Augen nur mit größter Mühe die Bewegungsabläufe wahrzunehmen vermochten. Das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V., Ausrichter des Konzertes, hatte das Programm mit dem Walzer Nr.2 von Schostakovitsch eröffnet, gefolgt von russischen Volkstänzen und den Ungarischen Tänzen Nr.5 und Nr.6. von Brahms. Es bereitete Professor Andreij Gorbatschow und Lothar Freund sichtliches Vergnügen auch mit dem Orchester gemeinsam zu musizieren und sie äußerten sich beeindruckt von der Spielfähigkeit des Hülser Orchesters, das unter der musikalischen Leitung von Marijke Wiesenekker stand. Große Anerkennung zollten die beiden Solisten auch der Vorbereitung für den schönen gemeinsamen Auftritt beim Domrakonzert von Budaschkin.